SummerSchool »Mission & Kontext«

Kalender
Seminare
Datum
Mo, 12. Juli 2021 10:00 - Fr, 16. Juli 2021 13:30

Beschreibung

Beschreibung

Der Wandel der Gesellschaft fordert die Kirche heraus, denn er hat langfristige Folgen für das gesellschaftliche sowie für das kirchliche Leben. Nachhaltige Kirchen- und Gemeindeentwicklung sollte sich deshalb um zwei Größen bemühen: Einerseits muss die Kirche ihre eigene Mission und ihren Auftrag kennen und die damit verbundene Verantwortung ernst nehmen und gestalten. Andererseits müssen Ursachen, Dynamiken und Prozesse des gesellschaftlichen Wandels reflektiert werden. Dazu muss die Kirche den sie umgebenden Kontext analysieren, verstehen und auf diesen reagieren. Diese beiden Aspekte bilden die Schwerpunkte der SummerSchool. Sie bemüht sich darum, fundierte akademische Theologie und Soziologie mit den spezifischen Herausforderungen ehren- und hauptamtlichen Dienstes zu verbinden und dies mit Fragen nach der eigenen Spiritualität sowie der Persönlichkeit zu verknüpfen. Das IEEG hat sich in den letzten Jahren zu einem theologischen Zentrum in Fragen missionarischer und kontextueller Gemeindeentwicklung etabliert.

Prof. Dr. Michael Herbst, Dr. Felix Eiffler und Team vom IEEG
90 € (Teilnehmerbeitrag, Unterkunft und Essen)
03521/4706-53

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Berichte vom letzten Jahr

Gestärkt und beseelt in meine Gemeinde zurückgekehrt

An wunderbaren Sommertagen waren wir, eine Gruppe von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden aus verschiedenen Gemeinden, zur Summer School in Kohren- Sahlis. Ich fand es sehr schön, dass das Thema „Mission & Kontext“ viele Interessierte ganz unterschiedlicher geistlicher Prägung angesprochen hat. Gespannt waren wir auf die thematischen Impulse der Mitarbeitenden des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG, Greifswald). Wir haben viel erfahren und gelernt. Wir beschäftigten uns zum Beispiel mit der Frage, was der Begriff Mission in heutiger Zeit eigentlich bedeutet und erkannten, dass bei der Frage der Mission immer auch der Kontext, in dem wir leben, enorm berücksichtigt werden muss. Wir wurden ermutigt, zuerst immer hörende Gemeinde zu sein.

Wir erkannten, dass wir als Gemeinden, bevor wir überlegen, wie wir Menschen in unsere Kirchen einladen, immer einmal ganz genau unser Umfeld, in dem wir leben, wahrnehmen müssen. Es ist wichtig zu schauen und zu fragen: Wie geht es den Menschen, mit denen ich zusammen in meiner Region lebe? Welche Sorgen, welche Freude erleben sie? Was könnten sie gerade von uns als Gemeinde brauchen? Wie könnte ich sie an dem, was der Grund meines Lebens und Glaubens ist, teilhaben lassen? Ein Schlüsselsatz war dabei für mich: „Denke nicht von der Gemeinde aus. Denke vom Kontext und vom Evangelium her.“

Wir sind der Frage nachgegangen, was eine vitale Gemeinde ist und was diese ausmacht. Eine vitale Gemeinde ist eine „gesunde“ Gemeinde, die es schafft, sich dem Kontext anzupassen und zu gedeihen. Eine vitale Gemeinde ist eine Gemeinde, die Frucht bringt. Wir haben überlegt, wie in unseren konkreten Gemeinden Vitalität entsteht und wie sie erhalten werden kann. Ermutigt wurden wir, einmal unsere Gemeindeveranstaltungen vor Ort drei Fragen zu unterziehen: „Was veranstalten wir? Wie machen wir es? Warum machen wir dies?“ Ermutigt wurden wir auch, immer wieder einmal Bilanz zu ziehen und sich der Frage in Bezug auf einzelne Veranstaltungen zu stellen: „Würde ich heute noch einmal mit dieser Veranstaltung neu beginnen?“ 

Nachgedacht haben wir darüber, was die Besonderheiten des geistlichen Leitens sind. Geistlich leiten heißt, sich von Gott leiten lassen, anderen helfen, dass sie sich von Gott leiten lassen und alles tun, damit beides geschieht. Wir haben erahnt, wie sich Pfarrer- und Gemeindebilder in Zukunft verändern werden. Deutlich wurde uns, dass mit der Regionalisierung Pfarrer*innen zukünftig weniger „lokale Hirt*innen“ sein werden, sondern eher Trainer*innen, theologische Lehrer*innen und geistliche Begleiter*innen. Viel stärker als bisher wird es darum gehen, Gemeindeglieder zu einem lebendigen, mündigen Christsein einzuladen. Pfarrer*innen und Mitarbeiter*innen wird in Zukunft verstärkt die Aufgabe zuwachsen, ehrenamtlich Engagierte für den Dienst in der Gemeinde zuzurüsten. Schön fand ich den Satz: „Die Frucht eines Leiters sieht man, wenn er nicht mehr im Dienst ist.“ Wir sprachen auch über Burnout- Prophylaxe bei Pfarrer*innen und kirchlichen Mitarbeitenden. Interessant fand ich das Ergebnis einer Untersuchung, dass vor allem Weiterbildungen eine wichtige Burnout- Prophylaxe sind.

Ein umfangreiches Thema war die Benennung von Chancen der regiolokalen Kirchenentwicklung. Wichtig wurde dabei die Erkenntnis: Wir müssen regional planen, lokales Leben vor Ort stärken, Raum für eine Vielfalt von gemeindlichen Lebensformen ermöglichen. Wichtig wurde uns, dass es gut ist, wenn es in einer Region eine gegenseitige Anerkennung verschiedener Gottesdienstformate und anderer geistlichen Formen gibt. Perspektivisch werden wir davon Abschied nehmen müssen, dass jede Gemeinde ihr „Vollprogramm“ anbietet. Die Gemeinden vor Ort sollten vor allem nach dem suchen, in dem sie stark ist.

Beim Rückblick auf diese gemeinsame Woche sagte ein Pfarrer: „Wenn ich gewusst hätte, dass Regionalisierung so viele Chancen hat, hätte ich mir manche Kämpfe ersparen können. Ich habe bisher den Begriff Regionalisierung nur als Feindbild gesehen.“

Ich habe diese Woche in Kohren- Sahlis als sehr gewinnbringend für mich und unsere Gemeinde erlebt. Ich habe davon im Kirchenvorstand und im Ortsausschuss unserer Gemeinde berichtet und bin auf sehr interessierte Menschen gestoßen. Beide Leitungsgremien baten darum, noch ausführlicher davon zu hören.

Mein Wunsch wäre es, dass die Mitarbeitenden des IEEG Greifswald ihre Erkenntnisse und  Lebenshilfen in den verschiedenen landeskirchlichen und ephoralen Ebenen einbringen könnten, um noch viel mehr Mitarbeitende in unseren Gemeinden in ihren Regionalisierungsprozessen zu ermutigen und sie daran zu bestärken, missionarische Aufbrüche zu wagen. Gut würde ich es auch finden, wenn es in unserer Landeskirche Menschen gäbe, die in den Regionen und Gemeinde gewissermaßen missionstheologische Beratung anbieten könnten.

Ich bin gestärkt und beseelt in meine Gemeinde zurückgekehrt. Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Mitarbeiter unserer Gemeinde, der auch diese Weiterbildung besuchte, bereiten wir alles Erlebte nach und überlegen gemeinsam, wie wir Gemeinde für das Thema der Summer School „Mission und Kontext“ begeistern können.

Gisela Merkel-Manzer, Dresden

 



Lohnt sich das noch, ...?

Lohnt sich das noch, in Gemeinde zu investieren? Das fragte sich vielleicht mancher der 35 Teilnehmenden (davon drei Diakone) der Summerschool 2020 in Kohren-Sahlis. Spätestens bei der Vorstellung der statistischen Zahlen der Kirchgemeindeentwicklung in Sachsen war klar: Ein „weiter so“ geht nicht! Doch die Initiatoren von „Kirche die weiter geht“ hatten sich für diese Weiterbildung hochkarätische Unterstützung aus dem Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung an der Universität Greifswald geholt. Professor Dr. Michael Herbst und seine (teils ehemaligen) Mitarbeiter Pfr. Dr. Patrick Todjeras, Dr. Felix Eiffler, Pfr. Benjamin Stahl haben uns viele wichtigen Aspekte zum Thema „Kirche und Kontext“ nahe gebracht. Dazu gehörten u.a. Fragen wie „Warum tun wir, was wir tun?“ oder „In welchem kirchlichen und gesellschaftlichen Kontext arbeiten wir als Gemeinde?“ und „Wie sieht vitale Gemeinde aus? Und wie werden bzw. bleiben wir eine vitale Gemeinde?“ Auch die Frage des Berufsbildes des Pfarrers bzw. der Pfarrerinnen und wie eine gute geistliche Leitung aussehen müsste spielte eine Rolle. Manche Teilnehmenden entdeckten auch die Chancen der Regionalisierung unter dem Stichwort „regiolokale Angebote“. Wer nicht weiß, was das ist, sollte einfach nächstes Jahr mit dabei sein. Denn da wird die summerschool vom 12.-16. 7. 2021 in Sachsen wiederholt. Wir sind jedenfalls mit vielen guten Anregungen und manch neuen Kontakten nach Hause gefahren. Diese 5 Tage haben sich auf jeden Fall gelohnt!

Diakon Friedemann Beyer, Moritzburg

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Aus der Sicht eines Ehrenamtlichen

Felic Eiffler



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